Bereits 2005, anlässlich 200 Jahre „Schlacht um Hollabrunn, fand in Suttenbrunn bei Hollabrunn die große Re-enacter Veranstaltung Napoleon in Hollabrunn statt. Der Erfolg dieses belebten Geschichtsspektakels war phänomenal“, bestätigt Mag. Helmut Wunderl, Bürgermeister der Stadt Hollabrunn. „Hollabrunn wird immer mehr zum Kultur-Magnet im Weinviertel“, so Wunderl weiter. Und aufgrund dieses historischen Erfolges wurde die Fortsetzung obligat. Mit 350 Darstellern, davon 45 zu Pferd, stand auch 2006 Hollabrunn „im Zeichen der Kavallerie“.
„Die Besucher gehen auf eine Zeitreise, die sie 200 Jahre zurückversetzt: Lagerfeuer, Lagerleben, Handwerk, Kulinarik. Das Jahr 1805 in Hollabrunn wird spürbar, riechbar, schmeckbar – einfach lebendig“, so Wolfgang Horak. Dietmar Jäger, Land um Hollabrunn verweist in diesem Zusammenhang auch auf Napoleon: „Es ist uns gelungen den Historiker und Darsteller schlechthin für Hollabrunn zu gewinnen: Mark Schneider wird aus den USA ins Weinviertel eingeflogen. Und Mark Schneider spielt nicht nur Napoleon, vielmehr verkörpert er ihn – Nein, er IST Napoleon!“
Als weiteres Highlight zu Österreichs größtem historischen Napoleon-Spektakel begaben sich 3 Reiter der „Kienmayer Husaren“ in Kostüm ab 30. Juli auf den historischen Weg von Bratislava nach Hollabrunn: in Kostüm, Originalausrüstung, Originalausstattung und Originallagermöglichkeiten. „Das berühmte Husaren-Regiment des Michael Freiherr von Kienmayer führt auf dessen großes Erfolge in den napoleonischen Kriegen zurück. Ebenfalls zeichnete ihn seine Beliebtheit unter den einfachen Soldaten als väterlicher Freund aus“, berichtet Wolfgang Horak, aus den Analen der Kienmayer-Husaren. „Um der Veranstaltung noch mehr Authentizität zu geben haben wir diesen Ritt auf den historischen Pfaden entlang des Russbaches organisiert“, bestätigt Dietmar Jäger, das Engagement um historische Wirklichkeit bei „Napoleon in Hollabrunn".
Die komplette Bildstrecke (ca. 280 Fotos in kleiner Auflösung) gibt es HIER
Sonntag, August 06, 2006
Die Kulinarik
Vom Grenadiermarsch bis hin zum Borschtsch aber auch Weinviertler Schmankler erfreuen die Gaumen der Darsteller und Besucher. Gegen die Hitze des Gefechts helfen LuH-Weine, Natursäfte, Vöslauer Mineralwasser und Stefan’s Spezialbier. Aber auch Nüsse, Mandeln, Met und Bier erfreuen die Gaumen der Grenadiere, Husaren und Besucher.
Kulinarik, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:


Kulinarik, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:


Das Handwerk
Um einer Truppe möglichst große Handlungsfreiheit zu gewährleisten, war es notwendig Reparaturen schnellstmöglich durch zuführen. Daher führte jede Armee einen eigenen Handwerkstross mit sich. Zu den wichtigsten Handwerkern zählten Schmiede und Zimmerleute. Am Geschichtsfeld Suttenbrunn erwarten den Besucher aber auch Fassbinder, Seifensieder, Zinnfiguren-Hersteller, Lederer, Seiler, Marionettenbauer.... Das Marktleben am Lagerplatz bildet den Rahmen für das Geschehen.
Handwerk, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:


Handwerk, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:


Mark Schneider
Mark Schneider lebt und wirkt als Napolen Darsteller für das „Colonial Williamsburg Museum of Art and History“ in New York und ist der berühmteste Napoleon-Darsteller weltweit. Seine schon fast unheimliche Ähnlichkeit mit Napoleon I. besticht. Er beschäftigt sich schon seit seiner Kindheit (seine Mutter ist Franzosin) mit der französischen Militärgeschichte. Er entführt das historisch interessierte Fernsehpublikum bei zahlreichen TV-Auftritten in das 18./19. Jahrhundert Europas.
Mark Schneider als Napoleon, Fotos by Wolfgang Simlinger



Mark Schneider als Napoleon, Fotos by Wolfgang Simlinger



Die Kavallerie
Als Kavallerie bezeichnet man berittene militärische Einheiten. Nur mit Kamel oder Pferd berittene Truppen werden als Kavallerie bezeichnet. Die Kavallerie erweitert die taktischen Möglichkeiten einer Armee ungemein. Das Besondere an der Kavallerie war ihre Mobilität, Schnelligkeit und Durchschlagskraft. Kürassiere, anfangs auch Kürisser genannt, sind neben den Lanzierern die älteste Gattung der frühneuzeitlichen Kavallerie. Napoleon erkannte den Wert einer Defensivbewaffnung und vermehrte die Zahl seiner Kürassier-Regimenter von eins auf vierzehn, die allesamt den Vollkürass und einen Metallhelm mit Rosshaarschweif erhielten. Zudem rüstete er 1810 die Elite seiner schweren Linien-Kavallerie, die beiden Carabiniers-Regimenter (bis dahin wie Grenadiere zu Pferd ausgestattet) wie Kürassiere aus. Die Kürassiere waren die Kavallerie des ersten Kaiserreichs schlechthin und führten in zahlreichen Schlachten den entscheidenden Stoß in die Reihen der Feinde des Kaisers. Freund und Feind folgten dem französischen Beispiel, Österreich aber blieb beim Halbkürass ohne Rückenschutz, so dass die Kürassiere der Habsburger deutlich höhere Ausfälle hinzunehmen hatten als die anderer Staaten.
Kavallerie, Fotos by Wolfgang Simlinger






Kavallerie, Fotos by Wolfgang Simlinger






Das Lagerleben (Geschichtsfeld Suttenbrunn)
Zurzeit Napoleons wurde mit dem Truppentross auch immer ein Gutteil Zivilleben mitgeführt. Musik und Marketender standen ebenso auf der „Soll-Liste“ wie auch Handwerker und Verpflegungswagen. Mit Marketendern, Musik und Lagerfeuer wird das Lagerleben der verschiedenen Truppen originalgetreu nachgestellt. Die Re-enacter schlafen am Stroh, marschieren im Morgengrauen, erleben 1805 orginalgetreu mit. Soldaten und Heerführer kehren ins Lager zurück, Truppenablösen erfolgen, die Soldaten werden verpflegt. Musikanten und Marketender sorgen für Zerstreuung. Sogar Original-Drehleier wird am Abend am Lagerfeuer gespielt.
Lagerleben, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:




Lagerleben, Fotos by Wolfgang Simlinger 2005:




Die Inszenierung
Am Wochenende vom 4. bis 6. August wird Hollabrunn noch einmal zum Schauplatz dieser kriegerischen Auseinandersetzung. Linien-Infanterie, Grenadiere, Artillerie und Kavallerie inszenieren die Schlacht von einst als atemberaubendes Spektakel von heute. Authentisch– und mit allem, was dazugehört.
Mehr als 300 Darsteller und 45 Kavalleristen in authentischen Kostümen stellen die Schlacht von Oberhollabrunn und Schöngrabern aus dem Jahre 1805 nach. Mit Pferden und historischen Waffen und in den Uniformen sowohl der „Grande Armée“ Napoleons als auch der alliierten Truppen Russlands, Frankreichs und Österreichs werden am Hauptplatz von Hollabrunn und am freien Feld Gefechtsdarstellungen und Schlachten inszeniert. Am Abend erfolgt Kanonenexerzieren mit Salutschüssen. Die Gefechte werden mit hohem Anspruch an Authentizität zu einem einmaligen historisch-theatralen Spektakel zusammengeführt. Hautnahes Erleben wird „garantiert“.
Fotos von der Parade by Wolfgang Simlinger





Fotos von der Gefechtsdarstellung by Wolfgang Simlinger









Mehr als 300 Darsteller und 45 Kavalleristen in authentischen Kostümen stellen die Schlacht von Oberhollabrunn und Schöngrabern aus dem Jahre 1805 nach. Mit Pferden und historischen Waffen und in den Uniformen sowohl der „Grande Armée“ Napoleons als auch der alliierten Truppen Russlands, Frankreichs und Österreichs werden am Hauptplatz von Hollabrunn und am freien Feld Gefechtsdarstellungen und Schlachten inszeniert. Am Abend erfolgt Kanonenexerzieren mit Salutschüssen. Die Gefechte werden mit hohem Anspruch an Authentizität zu einem einmaligen historisch-theatralen Spektakel zusammengeführt. Hautnahes Erleben wird „garantiert“.
Fotos von der Parade by Wolfgang Simlinger





Fotos von der Gefechtsdarstellung by Wolfgang Simlinger









Die Geschichte
1804 krönte sich Napoleon zum „Kaiser aller Franzosen“. 1805 tritt Österreich dem Bündnis von England und Russland gegen Frankreich bei, um Napoleons Expansionspolitik zu brechen. (1805) Napoleon zwang Franz II die deutsche Krone abzugeben; Ende des heiligen römischen Reiches der deutschen Nation..
Vor 200 Jahren standen sich Napoleons Truppen und die Heere der österreichisch/russischen Allierten in Hollabrunn/Schöngrabern gegenüber. Es folgt eine Schlacht, die zu einem Wendepunkt in der Geschichte Österreichs wird: Die Franzosen werden aufgehalten.
Was geschah 1805?
Österreich tritt Mitte 1805 dem Bündnis von England und Rußland gegen Frankreich bei, um seinen Einfluß in Italien und am Rhein abzusichern. Kriegsminister EH Karl erwartet, dass die Franzosen von Italien aus angreifen würden. Unter seinem Kommando wird die Hauptmacht Österreichs von ca. 100.000 Mann in Oberitalien bereit gestellt. Entlang der Donau sollen 60.000 Österreicher unter dem österreichischen General Mack und 90.000 Russen unter dem russischen General Kutusow, Bayern besetzen und feindliche Vorstöße aus Schwaben verhindern.
Napoleon lässt angesichts des österreichischen Vormarsches seine Truppen aus dem 320 km entfernten Bologne innerhalb von 13 Tagen an die Donau verlegen. Er verfügt über ca. 130.000 Mann, 30.000 Reiter und 400 Kanonen sowie über 30.000 deutsche Verbündete.
Napoleon marschiert fast ungehindert über Melk und St. Pölten nach Wien, wo er am 12. November 1805 eintrifft. Allerdings erleidet sein isoliert nördlich der Donau marschierendes Korps Mortier bei Dürnstein und Loiben am 11. November bei erbitterten Kämpfen mit Kutusows Russens starke Verluste.
Die Franzosen besetzen, indem sie fälschlich einen Waffenstillstand behaupten, kampflos die Taborbrücke in Wien. Graf Leo Tolstoi hat in "Krieg und Frieden" die Vorgänge sehr lebendig geschildert: "Mit einem Wort, diese Herren beschwatzen Auersperg mit ihren schönen Worten, und er ist so entzückt von dieser Intimität, von dieser plötzlichen Bekanntschaft mit den französischen Marschällen und so geblendet von dem Anblick der Straußfedern Murats, daß ihm der Kopf schwindelt. Das französische Bataillon läuft in den Brückenkopf, vernagelt die Kanonen und die Brücke ist genommen".
Die Franzosen überschreiten nun unverzüglich die Donau und versuchen die über Maissau in Richtung Znaim und Brünn zu ihrer Hauptarmee marschierenden Russen einzuholen. Marschall Murat erreicht am 15. November mit ca. 30.000 Mann Ober-Hollabrunn. Der russische Vorhutkommandant Bagration täuscht nun seinerseits Murat durch die Erfindung angeblicher Waffenstillstandsverhandlungen und ermöglicht dadurch den Abmarsch Kutusows.
Angesichts der heranrückenden russischen und österreichischen Hauptarmeen (Zar Alexander mit 85.000 Mann in Richtung Brünn und EH Karl mit 80.000 Mann in Richtung Preßburg) sitzt Napoleon mit vorerst nur mehr 50.000 Mann im eroberten Wien wie in einer Falle. Er trachtet danach die gegnerischen Heere vor ihrer Vereinigung zu schlagen. Ein empörter Brief Napoleons aus Wien an seinen vor Hollabrunn abwartenden Schwager Murat vom 16. November 1805 mahnt zur Eile: "Es ist mir unmöglich Ausdrücke zu finden, um Ihnen meine Unzufriedenheit mitzuteilen. Sie kommandieren nur meine Vorhut und haben kein Recht ohne meinen Befehl einen Waffenstillstand abzuschließen ... Die Österreicher haben sich beim Übergang über die Brücke bei Wien hereinlegen lassen - Sie wurden von einem Adjutanten des Zaren düpiert; ich verstehe nicht wie Ihnen so etwas passieren konnte."
Am gleichen Tag, gegen 17.00 Uhr, bei beginnender Dunkelheit, greift Marschall Murat bereits mit ca. 30.000 Franzosen die Stellungen Bagrations (ca. 8000 Mann) zwischen Schöngrabern und Grund an, um den Rückzug der Russen nach Znaim und Brünn zur Hauptarmee zu verhindern. Und die Dinge nehmen ihren Lauf.
Vor 200 Jahren standen sich Napoleons Truppen und die Heere der österreichisch/russischen Allierten in Hollabrunn/Schöngrabern gegenüber. Es folgt eine Schlacht, die zu einem Wendepunkt in der Geschichte Österreichs wird: Die Franzosen werden aufgehalten.
Was geschah 1805?
Österreich tritt Mitte 1805 dem Bündnis von England und Rußland gegen Frankreich bei, um seinen Einfluß in Italien und am Rhein abzusichern. Kriegsminister EH Karl erwartet, dass die Franzosen von Italien aus angreifen würden. Unter seinem Kommando wird die Hauptmacht Österreichs von ca. 100.000 Mann in Oberitalien bereit gestellt. Entlang der Donau sollen 60.000 Österreicher unter dem österreichischen General Mack und 90.000 Russen unter dem russischen General Kutusow, Bayern besetzen und feindliche Vorstöße aus Schwaben verhindern.
Napoleon lässt angesichts des österreichischen Vormarsches seine Truppen aus dem 320 km entfernten Bologne innerhalb von 13 Tagen an die Donau verlegen. Er verfügt über ca. 130.000 Mann, 30.000 Reiter und 400 Kanonen sowie über 30.000 deutsche Verbündete.
Napoleon marschiert fast ungehindert über Melk und St. Pölten nach Wien, wo er am 12. November 1805 eintrifft. Allerdings erleidet sein isoliert nördlich der Donau marschierendes Korps Mortier bei Dürnstein und Loiben am 11. November bei erbitterten Kämpfen mit Kutusows Russens starke Verluste.
Die Franzosen besetzen, indem sie fälschlich einen Waffenstillstand behaupten, kampflos die Taborbrücke in Wien. Graf Leo Tolstoi hat in "Krieg und Frieden" die Vorgänge sehr lebendig geschildert: "Mit einem Wort, diese Herren beschwatzen Auersperg mit ihren schönen Worten, und er ist so entzückt von dieser Intimität, von dieser plötzlichen Bekanntschaft mit den französischen Marschällen und so geblendet von dem Anblick der Straußfedern Murats, daß ihm der Kopf schwindelt. Das französische Bataillon läuft in den Brückenkopf, vernagelt die Kanonen und die Brücke ist genommen".
Die Franzosen überschreiten nun unverzüglich die Donau und versuchen die über Maissau in Richtung Znaim und Brünn zu ihrer Hauptarmee marschierenden Russen einzuholen. Marschall Murat erreicht am 15. November mit ca. 30.000 Mann Ober-Hollabrunn. Der russische Vorhutkommandant Bagration täuscht nun seinerseits Murat durch die Erfindung angeblicher Waffenstillstandsverhandlungen und ermöglicht dadurch den Abmarsch Kutusows.
Angesichts der heranrückenden russischen und österreichischen Hauptarmeen (Zar Alexander mit 85.000 Mann in Richtung Brünn und EH Karl mit 80.000 Mann in Richtung Preßburg) sitzt Napoleon mit vorerst nur mehr 50.000 Mann im eroberten Wien wie in einer Falle. Er trachtet danach die gegnerischen Heere vor ihrer Vereinigung zu schlagen. Ein empörter Brief Napoleons aus Wien an seinen vor Hollabrunn abwartenden Schwager Murat vom 16. November 1805 mahnt zur Eile: "Es ist mir unmöglich Ausdrücke zu finden, um Ihnen meine Unzufriedenheit mitzuteilen. Sie kommandieren nur meine Vorhut und haben kein Recht ohne meinen Befehl einen Waffenstillstand abzuschließen ... Die Österreicher haben sich beim Übergang über die Brücke bei Wien hereinlegen lassen - Sie wurden von einem Adjutanten des Zaren düpiert; ich verstehe nicht wie Ihnen so etwas passieren konnte."
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